Wann amortisiert sich eine Solaranlage? – Mit Beispielrechnung

Wenn du in eine Solarstromanlage investierst, tust du nicht nur etwas für die Umwelt, sondern auch eine kluge finanzielle Investition. Solarenergie ist eine kostenlose Ressource, und wenn du eine Photovoltaik-Anlage installiert hast, werden deine Stromkosten deutlich sinken.

Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass es eine Weile dauert, bis sich eine Solaranlage bezahlt macht. Die Anfangsinvestition kann beträchtlich sein, aber mit einer sorgfältigen Planung kannst du sicherstellen, dass sich deine Anlage schon nach mehreren Jahren rentiert.

Wenn du verstehst, wie der Solarertrag funktioniert und Variablen wie die Sonneneinstrahlung und die Energiepreise berücksichtigst, kannst du gut abschätzen, wann deine Photovoltaikanlage für dich zu arbeiten beginnt.

Mit diesen Informationen kannst du eine sichere Entscheidung darüber treffen, ob Solarenergie das Richtige für dich ist oder nicht.

Solltest du wenig Zeit haben, findest du hier das Wichtigste in Kurzform zusammengefasst:

  • Mögliche Ausgaben: Investitionskosten, Laufe Kosten (Wartung, Versicherung), Finanzierungskosten
  • Mögliche Einnahmen: Eigenverbrauch, Einspeisevergütung, Evtl. Förderungen
  • Amortisation ohne Stromspeicher: 11,78 Jahre & 13,88 Jahre (mit Kreditfinanzierung)
  • Amortisation mit Stromspeicher: 11,43 Jahre & 13,43 Jahre (mit Kreditfinanzierung)

Was versteht man unter Amortisation bei PV-Anlagen?

Die Photovoltaik-Amortisationszeit ist die Zeitspanne, die vergeht, bis sich die Anfangsinvestition in eine PV-Anlage durch eingesparte Stromkosten amortisiert hat.

Die durchschnittliche Amortisationszeit beträgt 9 bis 14 Jahre, kann aber je nach Faktoren wie dem jährlichen Ertrag, der Eigenverbrauchsquote und den Investitionskosten der Photovoltaik-Anlage variieren.

Im Allgemeinen haben Anlagen mit einem höheren Ertrag und niedrigeren Investitionskosten eine kürzere Amortisationszeit.

Auch der Eigenverbrauch ist ein wichtiger Faktor. PV-Anlagen, die mehr Strom erzeugen als benötigt wird, haben eine kürzere Amortisationszeit, da der überschüssige Strom ins Netz zurückverkauft wird.

Letztendlich ist die Amortisationszeit eine wichtige Überlegung bei der Auswahl einer PV-Anlage, da sie sich auf die finanzielle Rendite der Investition auswirken kann.

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Welche Faktoren haben einen Einfluss auf die Amortisationdsauer?

Anschaffungskosten

Wenn es um Solarenergie geht, sind die anfänglichen Investitionskosten ein wichtiger Faktor, der darüber entscheidet, ob eine Photovoltaikanlage installiert wird oder nicht.

Im Jahr 2022 wird ein Kilowattpeak Photovoltaik schätzungsweise rund 2.000 € kosten. Die Größe der Anlage spielt eine Rolle, wenn es um den Preis geht, denn kleine Anlagen sind in der Regel teurer, weil der Aufwand für die Installation, z. B. für den Anschluss des Wechselrichters, gleich hoch ist.

Größere Anlagen sind in der Regel weniger teuer pro Kilowattpeak, manche kosten nur 1.800 €. Es ist wichtig, diese Kosten zu berücksichtigen, wenn du dich für den Wechsel zur Solarenergie entscheidest, um das Beste für dein Geld zu bekommen.

Stromspeicher

Wenn du darüber nachdenkst, deine Photovoltaikanlage mit einem Stromspeichersystem zu ergänzen, solltest du ein paar Dinge wissen. Erstens können die Anfangskosten zwischen 5.000 und 15.000 € liegen.

Die Amortisation deiner Photovoltaikanlage kann sich zwar etwas verzögern, aber dafür sparst du auf lange Sicht Geld bei deinen Stromkosten. Außerdem kann ein Stromspeichersystem dazu beitragen, deine Energieversorgung zu stabilisieren und dich vor Stromausfällen zu schützen.

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Angesichts der immer weiter steigenden Strompreise ist ein Speicher empfehlenswert!

Wenn du also nach einer Möglichkeit suchst, Geld zu sparen und deine Energiesicherheit zu erhöhen, könnte ein Stromspeichersystem das Richtige für dich sein.

Finanzierungskosten

Wenn du einen Solarkredit zur Finanzierung deiner Photovoltaikanlage aufnimmst, musst du zusätzliche Zinsen in Höhe von 2-3% auf die Investitionskosten zahlen.

Die Höhe deiner monatlichen Raten und die Dauer deines Kredits hängen davon ab, wie viel du von der Anlage finanzierst und welche Kreditlaufzeit du wählst.

Wenn du die Anlage zu 100 % finanzierst, sind deine monatlichen Raten höher als wenn du nur einen Teil der Anlage finanzierst. Und wenn du eine längere Kreditlaufzeit wählst, hast du zwar niedrigere monatliche Raten, aber du zahlst über die gesamte Laufzeit des Kredits mehr Zinsen.

Laufende Kosten

Bei der Berechnung deer Amortisationszeit einer Photovoltaikanlageist es wichtig, alle relevanten Kosten zu berücksichtigen. Neben dem Anschaffungspreis und den Installationskosten müssen auch die laufenden Wartungskosten berücksichtigt werden.

Im Durchschnitt kostet die Wartung einer Solaranlage etwa 200 € pro Jahr. Wenn du dich entscheidest, eine Versicherung für deine Anlage abzuschließen, kommen weitere 100 € pro Jahr hinzu.

Diese Kosten werden nicht immer in die Amortisationsberechnung einbezogen, da nicht jeder Besitzer einer Solaranlage einen Wartungsvertrag oder eine Versicherung abgeschlossen hat.

Wenn du diese Kosten jedoch hast, solltest du sie in die Gesamtberechnung mit einbeziehen. Wenn du all diese Kosten berücksichtigst, kannst du dir ein genaueres Bild von den tatsächlichen Kosten einer Solaranlage machen.

Welche Einnahmen gibt es?

Wie viel Geld du mit deiner Photovoltaikanlage (PV-Anlage) verdienen kannst, hängt vor allem von deinem Solarertrag ab, also von der Strommenge, die deine Anlage produziert.

Je mehr Strom deine Anlage erzeugt, desto mehr Strom kannst du in das öffentliche Netz einspeisen und bekommst dafür eine staatliche Einspeisevergütung. Derzeit beträgt die Einspeisevergütung etwa 6,2 Cent pro eingespeister Kilowattstunde (EEG 2023).

Auch der Eigenverbrauch von Solarstrom bringt keine direkten Einnahmen, aber du kannst mit jeder Kilowattstunde Solarstrom, die du selbst verbrauchst, Strombezugskosten vermeiden.

Ohne eine PV-Anlage müsstest du den Strom für rund 40 Cent pro Kilowattstunde von deinem Versorger kaufen. Auf diese Weise kannst du mit einer PV-Anlage im Laufe der Zeit eine Menge Geld sparen.

Die Einnahmen aus einer Photovoltaikanlage hängen vom Solarertrag in Kilowattstunden ab und davon, wie viel des erzeugten Stroms verbraucht bzw. ins öffentliche Netz eingespeist wird.

Wenn man nur eine Photovoltaikanlage besitzt, kann man etwa 30-40% des Stroms selbst nutzen und den Rest ins Netz einspeisen. Mit einem Stromspeichersystem steigt der Eigenverbrauchsanteil auf 50-80%.

Mehr genutzter Strom führt zu einem höheren Einkommen, da die vermiedenen Stromkosten 40 Cent statt 10 Cent pro Kilowattstunde betragen. Daher ist es vorteilhaft, so viel wie möglich des erzeugten Stroms zu nutzen.

Tipp: Hier erfährst du mehr zu sog. „Inselanlagen“ – also Solaranlagen ohne Einspeisung

Der Eigenverbrauch kann durch die optimale Ausrichtung und Installation von Photovoltaikanlagen, den Einbau eines Wechselrichters oder die Nutzung eines Elektrofahrzeugs erhöht werden.

In Kombination machen diese Dinge es möglich, 80 % oder mehr des erzeugten Stroms selbst zu nutzen, anstatt ihn ins Netz einzuspeisen – und so ein höheres Einkommen zu erzielen.

Voraussetzung hierfür ist eine richtige Dimensionierung deines Speichers. Hier erfährst du wie groß er sein sollte.

Beispielrechnung

Stromverbrauch: 4.500 kWh

Strompreis: 40 Cent pro kWh

Einspeisevergütung: 6,2Cent /kWh

PV-Anlage: 8 kWp 

Jahresertrag: 8.000 kWh

Anschaffungskosten PV-Anlage: 17.000€ (netto)

Investitionskosten mit Kredit = 20.027,92 Euro (3,4 %, 10 Jahre, 100% Finanzierung)

Eigenverbrauch: 35%

Einspeisung: 65%

Ohne Stromspeicher

Eigenverbrauch: 8.000 x 0,35 = 2.800 kWh

Einsparung durch Eigenverbrauch: 2.800 x 0,40 € = 1.120 €

Einspeisung Strommenge: 8000 x 0,65 = 5.200 kWh

Einnahmen durch Einspeisung: 5.200 x 6,2 Ct = 322,40 €

Gesamte Einnahmen (Eigenverbrauch + Einspeisung): 1.442,40 €

Amortisation:

Ohne Kredit: 17.000 € : 1.442,40 € = 11,78 Jahre

Mit Kredit: 20.027,92 € : 1.442,40 € = 13,88 Jahre

Mit Stromspeicher

Kosten Stromspeicher: 10.000 €

Gesamte Anschaffungskosten: 27.000 € (31.662,62€ mit Kreditfinanzierung)

Eigenverbrauch: 70%

Einspeisung: 30%

Eigenverbrauch: 8.000 x 0,70 = 5.600 kWh

Einsparung durch Eigenverbrauch: 5.600 x 0,40 € = 2.240 €

Einspeisung Strommenge: 8000 x 0,30 = 2.400 kWh

Einnahmen durch Einspeisung: 2.400 x 6,2 Ct = 148,80 €

Gesamte Einnahmen (Eigenverbrauch + Einspeisung): 2.338,80 €

Amortisation:

Ohne Kredit: 27.000 € : 2.338,80 € = 11,54 Jahre

Mit Kredit: 31.662,62 € : 2.338,80 € = 13,53 Jahre

Fazit: Photovoltaik-Amortisation

Eine Photovoltaikanlage ist aus mehreren Gründen eine lohnende Investition. Erstens macht sie sich nach etwa 10 bis 15 Jahren bezahlt. Das bedeutet, dass du während ihrer 25-jährigen Lebensdauer tatsächlich Geld bei deinen Stromkosten sparen wirst.

Außerdem sind die Wartungskosten für eine Photovoltaikanlage sehr gering, da es keine beweglichen Teile gibt, die mit der Zeit kaputt gehen können. Und schließlich steigert eine Photovoltaikanlage den Wert deines Hauses, da sie als grüne Energiequelle angesehen wird.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Investition in eine Photovoltaikanlage eine kluge finanzielle Entscheidung ist, mit der du auf lange Sicht Geld sparen wirst.

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Sportbegeisterter Familienvater. Bevor wir dieses Portal ins Leben gerufen haben, war Ich selbst 7 Jahe lang als Solarinstallateur tätig. Ich glaube fest an das Potenzial von Photovoltaikanlagen und hoffe dich in meinen Beiträgen ebenfalls dafür zu begeistern!