Dach für Solaranlage verpachten – Kann es sich 2022 noch lohnen?

Heutzutage wird viel über die Verpachtung deines Daches für eine Solaranlage diskutiert. Aber was bedeutet das genau? Und was sind die Vor- und Nachteile? Dieser Leitfaden soll dir helfen, eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Hier das Wichtigste in Kürze:

  • Vorteile: keine Investitionskosten, regelmäßige Mieteinnahmen + Gewinnbeteiligung (5 – 10 %), Aufwertung der Immobilie, mögliche Dachsanierung
  • Nachteile: Geringere Rendite, kein Bau der eigenen Solaranlage mehr möglich (Laufzeit Pachtverträge min. 10 Jahre)
  • Vorraussetzungen: Prüfung der Statik, Standortabhängig, Dachfläche (min. 600 m² bis voraussichtlich 1000 m²)
  • Fazit: Für Einfamilienhäuser keine Option, da die Dachfläche zu gering ausfällt. Kauf der eigenen Photovoltaikanlage ist außerdem deutlich lukrativer!

Funktionsweise der Dachvermietung

Das Grundprinzip der Dachverpachtung ist ganz einfach: Wenn Hauseigentümer ihre eigenen Dachflächen nicht für die Produktion von Solarstrom nutzen, können externe Interessenten das Dach für die Installation einer Photovoltaikanlage mieten.

Der dabei erzeugte Solarstrom wird dann in das öffentliche Netz eingespeist, wofür der Pächter der Dachfläche die aktuell gültigen Einspeisevergütungen erhält.

Die Verpachtung deines Daches an ein Solarunternehmen ist also eine interessante Möglichkeit, mit minimalem Aufwand ein zusätzliches Einkommen zu erzielen. Sobald die Paneele installiert sind, musst du dich nur noch zurücklehnen und die Pachtzahlungen kassieren.

Die Höhe des Pachtzinses wird individuell festgelegt und im Pachtvertrag festgehalten, so dass kein Risiko besteht, übervorteilt zu werden.

Und je nach Vertrag kann die Miete monatlich anfallen oder jährlich gezahlt werden. Gelegentlich wird auch eine kostenlose Dachrenovierung als Ausgleich angeboten.

In manchen Fällen können die Vermieter den erzeugten Solarstrom auch selbst zu Vorzugskonditionen nutzen.

verpachtetes dach mit pv-anlage
Easy Geld verdienen mit dem eigenen Dach: Hört sich in der Theorie sehr gut an oder? Leider hat das Konzept auch einen Haken, bzw. ist nicht mehr so rentabel wie früher. Grund dafür ist die geringe Einspeisevergütung. Doch mehr dazu gleich.

Was sind die Vor- und Nachteile einer Dachflächenvermietung?

Vorteile

  • Mieteinnahmen: Einnahmen aus Solarmodulen können für Grundstückseigentümer über einen langen Zeitraum eine sichere Einnahmequelle darstellen. Durch die Verpachtung ihrer Dachfläche an ein Solarmodulunternehmen können Grundstückseigentümer über 20 Jahre oder länger Zahlungen erhalten, die ihnen einen stetigen Einkommensstrom sichern
  • Dachsanierung: Außerdem kann es helfen, ungenutztes Land sinnvoll zu nutzen, und es kann sogar möglich sein, eine kostenlose Dachsanierung zu erhalten.
  • Wertsteigerung der Immobilie: Mit einer PV-Anlage wird eine Immobilie aufgewertet, was sich auch positiv auf die Mieteinnahmen oder Verkaufspreis auswirkt.

Nachteile

  • Rendite: Im Vergleich zum Kauf einer eigenen Photovoltaik Anlage, fällt er Ertrag bei einer Vermietung geringer aus, da auch die die Investitionsgesellschaft Geld verdienen möchte.
  • Langfristige Bindung: Da die Pachtverträge eine Laufzeit von mindestens 20 Jahren haben, bist du an die Verpachtung und Vermietung langfristig gebunden. Das Installieren einer eigenen Solaranlage ist somit nicht mehr möglich!

Für wen kann sich eine Solarverpachtung lohnen?

Für Hausbesitzer, die Strom aus Solarenergie erzeugen wollen, ohne selbst eine Solaranlage zu installieren und zu warten, ist Dachpacht eine attraktive Option. Bei der Dachverpachtung ist der Pächter für die Planung, die Installation und den Betrieb der Anlage sowie für alle anfallenden Wartungsarbeiten verantwortlich.

Im Gegenzug erhält der Vermieter für die Dauer des Pachtvertrags (in der Regel 20 Jahre) ein regelmäßiges Einkommen, ohne dass er Eigenkapital investieren oder einen Kredit aufnehmen muss. Im Durchschnitt belaufen sich Dachpachten auf 50-80 Euro pro Quadratmeter Dachfläche.

Das ist vergleichbar mit der Höhe der staatlich garantierten Förderung für Photovoltaikanlagen, die für eine ähnliche Dauer gewährt wird. Daher kann die Dachpacht sowohl für Vermieter als auch für Mieter eine finanziell attraktive Option sein.

Der Vermieter der Dachfläche kann von komfortablen Mieteinnahmen profitieren, während der Betreiber der Photovoltaikanlage die staatlichen Einspeisevergütungen kassiert.

Da die Einspeisevergütungen in den letzten Jahren jedoch stetig gesunken sind, ist dies zumindest für den Pächter der Dachfläche kaum ein wirtschaftlich tragfähiges Modell.

Welche Vorraussetzungen muss man erfüllen?

Bevor sich ein Interessent dazu entschließt, über eine Dachpacht als Investor einzusteigen, prüft er zunächst, ob das Gebäude der Belastung durch eine Solarstromanlage standhält.

Statik

Die Tragfähigkeit des Daches ist dabei entscheidend. Wenn eine Dachsanierung angeboten wird, richtet sich das Augenmerk zumindest auf die Tragkonstruktion. Das Dach muss ein zusätzliches Gewicht von etwa 30 kg pro Quadratmeter tragen.

Standort

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Standort. Im Süden Deutschlands gibt es in der Regel mehr Sonnenstunden pro Jahr als in anderen Teilen des Landes. Ideale Bedingungen für das Dach sind eine Ausrichtung nach Süden, ein Neigungswinkel von 30-40 Grad und praktisch keine Verschattung.

Dachfläche

Die Dachfläche ist ein wichtiger Faktor, der bei der Installation einer Photovoltaikanlage berücksichtigt werden muss. Das liegt daran, dass sich die Anschlusskosten für kleine und große PV-Anlagen kaum unterscheiden, so dass nur größere Projekte wirtschaftlich umgesetzt werden können.

Sehr große Dachflächen mit Solarmodulen
Bei sehr großen Dachflächen kann das Modell der Verpachtung immer noch attraktiv sein

Der Ertrag ist nur groß genug, wenn viele Module nebeneinander aufgestellt werden können. Die Größe der Dachfläche ist daher eine wichtige Überlegung bei der Entscheidung, ob eine PV-Anlage installiert werden kann oder nicht. Wenn die Dachfläche zu klein ist, ist der Ertrag zu gering, als dass sich die Investition lohnen würde.

Alles, was hiervon abweicht, führt zu einem geringeren Ertrag. Die Berücksichtigung all dieser Faktoren hilft dem Interessenten bei der Entscheidung, ob er über eine Dachpacht zum Investor werden will oder nicht.

Fazit

Da die Einspeisevergütung für Solarenergie immer weiter sinkt, steigt die Mindestgröße für eine Solaranlage, die für Betreiber noch rentabel ist, allmählich an. Einige legen eine Leistung von 30 kWp als Untergrenze fest, andere eine Dachfläche von 600 m². Dieser Trend wird sich voraussichtlich fortsetzen, wobei bis 2022 oft eine Fläche von 1.000 m² gefordert wird.

Das hat zur Folge, dass Einfamilienhäuser mit den üblichen ca. 50-100 m² Dachfläche nicht mehr für die Dachvermietung geeignet sind. Auch die meisten Scheunen und Reithallen bieten kein ausreichend großes Dach.

Allenfalls gewerbliche/industrielle Gebäude und große Scheunen oder Freiflächen sind für Investoren heute noch rentabel. Das Eigenheim ist für die Dachvermietung somit leider nicht mehr geeignet!

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Sportbegeisterter Familienvater. Bevor wir dieses Portal ins Leben gerufen haben, war Ich selbst 7 Jahe lang als Solarinstallateur tätig. Ich glaube fest an das Potenzial von Photovoltaikanlagen und hoffe dich in meinen Beiträgen ebenfalls dafür zu begeistern!