Wohnwagen Solaranlage: Wieviel Watt sollte sie liefern?

In den Sommermonaten ist die Sonneneinstrahlung besonders stark und lohnenswert für eine Solaranlage. Doch die Leute sind gar nicht zuhause – sondern im Urlaub. Manche suchen sich ein bestimmtes Reiseziel, andere reisen mit dem eigenen Wohnmobil quer durchs Land, wo auch immer es sie hin verschlägt.

Doch auch so ein Wohnmobil verbraucht Strom, schließlich befinden sich darin alle notwendigen Geräte um mehrere Tage lang davon auszukommen. Und auch hier fallen natürlich Stromgebühren an, die auf den jeweiligen Park- und Campingplätzen bezahlt werden müssen. Um die Stromkosten zu sparen, und mehr Unabhängigkeit zu erlangen, ist die Solaranlage auf dem Wohnmobil eine willkommene Lösung.

Solarmodule auf dem Wohnwagen sorgen nicht nur für mehr Freiheit, sondern sind auch umweltfreundlich. Sie werden auf dem Dach montiert, und falls das nicht reicht, gibt es auch zusätzliche faltbare Anlagen zum mitnehmen.

Aber reichen denn die Module auf dem Dach überhaupt? Wie viel Leistung wird benötigt?

Tatsächlich kommt es auf die richtige Dimensionierung der Solaranlage und des Speichers an. Manche Wohnmobile sind bereits mit einer integrierten Photovoltaikanlage ausgestattet, bei einer Nachrüstung muss die benötigte Leistung selbst ausgerechnet werden. Hierbei kommt es auf den eigenen Strombedarf und auf das Reiseziel an.

Vielen reichen Module mit 50-200 Watt, andere benötigen eher höhere Leistungen mit 1000-2000 WP um alle Geräte zu versorgen.

photovoltaikanlage auf einem camper

Auf den Strombedarf kommt es an

Wie viel Watt eine Photovoltaik-Anlage fürs Wohnmobil nun genau braucht, lässt sich so nicht sagen. Denn die Leistung ist allein davon abhängig, wie viel Strom du am Tag verbrauchst. Du solltest also vorher deinen Stromverbrauch an einem Tag berechnen, der dann Aufschluss über deinen täglichen Strombedarf und die benötigte Kapazität der PV-Anlage gibt.

Um die gebrauchte Leistung der Solaranlage zu ermitteln, notierst du dir zuerst alle Geräte in deinem Wohnwagen, sowie deren Watt-zahl und die durchschnittliche Nutz-Zeit. Dein täglicher Energiebedarf richtet sich dann nach folgender Formel:

  • Leistung x Zeit = Energieverbrauch

Ein Beispiel: In deinem Wohnmobil befindet sich garantiert ein Kühlschrank. Dieser den ganzen Tag eingeschaltet und hat 32W. Du multiplizierst nun beide Faktoren und erhältst einen groben Energieverbrauch von 768Wh.

Dann hast du vielleicht auch einen TV dabei. Dieser hat 20W und du schaust 2 Stunden am Tag fern. Der Energieverbrauch beträgt hier 40W pro Tag.

Weitere mögliche Geräte: TV, Kühlschrank, Kochplatte, Backofen, Beleuchtung, Wasser, Akkus laden, Heizung, Internet, Ventilator, Klimaanlage, Kaffeemaschine, etc.

Der gesamte Energieverbrauch deiner Geräte wird dann zum Schluss zusammengerechnet. Die Summe bestimmt über die gebrauchte Größe der Solar-Anlage.

Welche Solarmodule fürs Wohnmobil?

Dimensionierung

Die Module erreichen erreichen nicht immer die Nennleistung, da die Sonneneinstrahlung nicht immer gleich ist. Der tatsächliche Ertrag ist von Wetter und Region abhängig.

So erreicht ein 100W Modul im deutschen Sommer durchschnittlich 400Wh, im Winter jedoch nur 50Wh. In den Frühlings- und Herbstmonaten werden zwischen 200Wh und 300Wh erreicht. Wenn du also im Sommer vor hast durch Deutschland zu fahren, erreichst du mit zwei 100W Modulen ca. 800Wh. Bei einer Reise durch Spanien kannst du mit deinen Modulen sogar 1200Wh erzielen.

Sollte dies mit deinem Strombedarf nicht übereinstimmen, kannst du dich natürlich auch für Module mit mehr Watt entscheiden, oder noch zusätzliche klappbare Module mitnehmen.

Anbringung

Bei der Dimensionierung kommt es selbstverständlich auch darauf an, wie viel Platz das Dach deines Wohnmobils hergibt. Dabei sollten ausschließlich Module angeschafft werden, die auch speziell für Wohnmobile geeignet sind, denn diese kommen besser mit Spannung klar, haben einen verstärkten Wasserschutz und eine niedrigere Leerlaufspannung.

Für die Anbringung von Solarmodulen auf dem Dach des Wohnmobils gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten: entweder mithilfe einer Halterung, oder sie werden flach aufs Dach geklebt.

Art der Solarzelle

Für eine bestmögliche Leistung der Solaranlage auf dem Wohnmobil, solltest du dir auch Gedanken zur Art der Solaranlage machen, bzw. mit welchen Solarzellen sie ausgestattet sind, denn jede Art bringt bestimmte Vor- und Nachteile mit sich.

  1. Monokristalline Solarzellen sind ziemlich optimal für ein Wohnmobil, da sie trotz geringer Fläche einen hohen Wirkungsgrad beibehalten.
  2. Polykristalline Solarzellen brauchen dagegen mehr Fläche für bessere Leistung, sind allerdings preisgünstiger als die Alternativen.
  3. CIS-Solarzellen erreichen auch eine gute Leistung bei Schatten oder diffusen Lichtverhältnissen, sind aber teurer und auch etwas schwerer.
Laptop beim Camping laden mit einer PV-Anlage
Tipp: Alternativ gibt es auch kleine Camping-Solaranlagen, die du einfach im Wohnmobil mitnehmen kannst.

Der richtige Laderegler

Doch die Solarmodule sind nicht die einzigen Bestandteile über dessen Dimensionierung sich entschieden werden muss. Auch der Laderegler muss zur Anlage passen. Er muss die Spitzenleistung ertragen können, wenn alle Geräte zu gleich eingeschaltet sind. Hierbei ist die Summe der Leistungen aller Verbrauchsgeräte ausschlaggebend.

Denn der Laderegler sorgt dafür, dass die Batterie nicht überladen wird. Anlage und Laderegler gibt es manchmal auch als Set.

Zu empfehlen sind 12V Module für 12V Geräte. Solltest du 230V Geräte verwenden, benötigst du noch zusätzlich einen Umwandler.

Welche Batterie?

Die Batterie speichert den produzierten Strom. Sie sollte ihre Kapazität über viele Ladezyklen beibehalten. Ab besten geeignet sind dafür Lithium Batterie, da diese um einiges robuster sind als Blei-Akkus.

Die Kapazität der Batterie wird in Ah (Amperestunde) angegeben. Berechnet wird diese indem man den täglichen Energiebedarf durch die Spannung (Volt) dividiert.

  • Ah = Wh : V

Du musst also die Summe der Wattstunden von den Geräten durch die gegebene Spannung teilen, dann erhältst du deine benötigte Batteriekapazität. Bei 12V Batterien und einem täglichen Energiebedarf von 1500Wh, liegt diese locker bei ca. 125Ah. Eine Überdimensionierung ist bis zu 30% von Vorteil, denn die berechneten Ah bilden nur die Mindestleistung.


Fazit: Lohnt sich Solaranlage fürs Wohnmobil?

Alles in allem gibt es viele Faktoren zu beachten, wenn du eine Solaranlage auf deinem Wohnmobil installieren willst. Aber mit den richtigen Informationen ist es definitiv machbar!

Eine typische Solaranlage macht sich schon nach wenigen Jahren bezahlt und spart dir über Jahrzehnte hinweg Geld. Außerdem ist die Solarenergie sauber und erneuerbar.

Die Kapazität der Wohnmobil Solaranlage sollte das 1,25-fache der Batteriekapazität betragen. Das liegt daran, dass Bleibatterien länger zum Aufladen brauchen als Lithiumbatterien. Wenn das Wohnmobil zum Beispiel eine Bleibatterie mit 220 Ah hat, sollte die Solaranlage mindestens 275 Wp haben.

Es wird jedoch empfohlen, 300-Wp-Solarpanels zu installieren, um auf der sicheren Seite zu sein. Mit einer 300-Wp-Solaranlage sollte der Camper kein Problem haben, die Bleibatterie voll zu laden.

Bei Lithiumbatterien ist die Kapazität der Solaranlage nicht so wichtig, da sie nicht ständig voll aufgeladen sein müssen. Dennoch wird empfohlen, eine Solaranlage mit einer Kapazität zu installieren, die dem 1,25-fachen der Batteriekapazität entspricht. So wird sichergestellt, dass die Lithiumbatterie immer ausreichend aufgeladen ist.

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Sportbegeisterter Familienvater. Bevor wir dieses Portal ins Leben gerufen haben, war Ich selbst 7 Jahe lang als Solarinstallateur tätig. Ich glaube fest an das Potenzial von Photovoltaikanlagen und hoffe dich in meinen Beiträgen ebenfalls dafür zu begeistern!