Sind Versicherungen für Photovoltaikanlagen sinnvoll?

Die Entscheidung, eine Photovoltaikanlage anzuschaffen, ist ein großer Schritt in Richtung nachhaltige Energie. Es gibt jedoch noch weitere Faktoren zu berücksichtigen, bevor du dich für diese Investition entscheiden solltest.

Um dein Investment zu schützen und im Falle von unvorhergesehenen Ereignissen abgesichert zu sein, ist es wichtig, über die richtigen Versicherungsoptionen Bescheid zu wissen.

In diesem Blogbeitrag erfährst du alles Wichtige über Photovoltaikversicherungen.

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Warum ist eine Versicherung für deine PV-Anlage sinnvoll?

Es gibt zwar keine Versicherungspflicht für Solaranlagen, aber ein gewisser Versicherungsschutz kann dich vor kostspieligen Reparatur- und Ausfallkosten schützen.

Eine Mitversicherung bei deiner Wohngebäudeversicherung kann ein guter Ausgangspunkt für einen Basisschutz sein! Es ist immer besser, eine gewisse Absicherung für unerwartete Probleme zu haben.

Außerdem kannst du dich darauf verlassen, dass deine Investition vollständig abgesichert ist.

Welche Arten von Versicherungspolicen gibt es?

Wenn du überlegst, welche PV-Versicherung für deine Investition am besten geeignet ist, solltest du dich über die verschiedenen Versicherungsarten informieren:

  • Allgefahrenversicherung (deckt Elementarschäden ab)
  • Ertragsausfallversicherung (entschädigt für Einkommensverluste aufgrund von Störungen oder Ausfällen)
  • Betreiberhaftpflicht (deckt Kosten für die Schäden von PV-Anlagen an Dritten)
  • Montageversicherung (für Installateure oder Besitzer, die ihre Anlage selber montieren)
  • Wohngebäudeversicherungen (decken Schäden am Gebäude ab)

Welche Versicherung ist die richtige für dich?

Wenn du der alleinige Besitzer einer solchen Anlage auf deinem Haus oder deiner Wohnung bist, ist eine Allgefahrenversicherung oder Zusatzversicherung in deiner Wohngebäudeversicherung eine gute Option für dich.

Solltest du deine Photovoltaik-Anlage selber errichten wollen, ist die einmalige Montageversicherung (ca. 70 Euro) ebenfalls zu empfehlen.

Darüber hinaus solltest du prüfen ob deine private Haftpflichtversicherung Solaranlagen abdeckt. Wenn nicht ist eine separate Betreiberhaftpflicht sinnvoll.

Was versteht man unter einer Allgefahrenversicherung für Photovoltaikanlagen?

Die Allgefahrenversicherung, die auch einfach als Photovoltaik-Versicherung bezeichnet wird, soll dich vor Schäden schützen, die an der Photovoltaikanlage und ihren Komponenten entstehen können.

Je nach Anbieter der Versicherung variieren der Umfang des Schutzes und die Deckungssummen.

Besitzer von Photovoltaikanlagen sollten sich überlegen, wie viel Schutz sie brauchen, da der Umfang und die Höhe des Versicherungsschutzes je nach Anbieter variieren kann.

Welche Gefahren werden durch die Allgefahrenversicherung abgedeckt?

Welche Module werden abgesichert?

Die Photovoltaik-Versicherung deckt unter anderem Module, Montagesysteme (einschließlich Verbindungen und Anschlüsse), Zähler, Wechselrichter und die Verkabelung. Der Stromspeicher ist bei den meisten Versicherern ebefalls mitversichert.

In machen Policen werden sogar weitere Komponenten wie Überspannungs- und Blitzschutzgeräte, und Überwachungssysteme abgesichert.

Welche Gefahren werden absichert?

Mit der Allgefahrenversicherung für PV-Anlagen wird ein umfassender Schutz gegen klassische Risiken, darunter:

  • Brand
  • Blitze
  • Kurzschluss, Überspannung
  • Luftfahrzeuge
  • Höhere Gewalt
  • typische Naturgefahren (etwa Sturm, Hagel oder Schneedruck)
  • Einbruch, Diebstahl 

Die Allgefahrenversicherung bietet viele Vorteile, vom Ersatz beschädigter Teile bis hin zu den Kosten für die Aufräumarbeiten.

Es ist wichtig zu wissen, dass sich der Umfang des Versicherungsschutzes von einer Versicherungsgesellschaft zur anderen unterscheidet.

Es lohnt sich also, sich zu informieren und verschiedene Tarife sorgfältig zu vergleichen. Wenn du noch mehr Schutz brauchst, kannst du dich sogar für eine zusätzliche Deckung in Form einer Ertragsausfallversicherung entscheiden.

Welche Gefahren werden nicht absichert?

Obwohl jeder Versicherer unterschiedliche Leistungsumfänge besitzt, werden bestimmte Gefahren von den meisten Versicherungsunternehmen nicht gedeckt. Die klassischen Gründe hierfür sind:

  • betriebsbedingte Abnutzung & Alterung
  • Garantieschäden
  • Krieg
  • Vorsätzliche Taten durch den Eigentümer 
  • Erdbeben & Kernenergie

Was ist der Vorteile einer separaten Photovoltaik-Versicherung?

Wenn es um die PV-Versicherungen geht, hat eine separate Police für Photovoltaikanlagen den Vorteil, dass sie möglicherweise mehr Versicherungsschutz bietet als eine normale Wohngebäudeversicherung.

Bevor du jedoch eine Entscheidung triffst, solltest du dich über deinen eigenen Versicherungsschutz informieren und prüfen, ob er eine gute Ergänzung für deine Solaranlage sein kann.

Wohngebäudeversicherung für Photovoltaikanlagen

Die Wohngebäudeversicherung kann auch Schutz für PV-Anlagen bieten, aber es ist wichtig, dass du deinen Versicherer vor der Installation der Anlage informierst.

Die Wohngebäudeversicherung deckt in der Regel Schäden ab, die durch Naturgewalten wie Feuer, Hagel, Blitzschlag, Wasser und Sturm verursacht werden.

Neben dem Schutz für deine PV-Anlage solltest du auch bedenken, dass eine PV-Anlage den Wert deines Wohngebäudes erhöhen kann und somit deine Prämien steigen.

Stelle sicher, dass du dem Versicherer alle Änderungen mitteilst, um mögliche Probleme im Schadensfall zu vermeiden.

Vor- und Nachteile einer Wohngebäudeversicherung für PV-Anlagen

Vorteile

  • Du hast die Gewissheit, dass bei Schäden, die sowohl die Anlage als auch das Gebäude betreffen, nur ein Versicherer zuständig ist.
  • Auf diese Weise musst du dir keine Gedanken darüber machen, wer in Situationen wie Hausbränden die Verantwortung trägt.
  • Außerdem fallen evtl. keine zusätzlichen Kosten an, beziehungsweise diese sind nur gering.
  • Viele Versicherer verlangen keine zusätzlichen Prämien für das Mitversichern einer Photovoltaikanlage.
  • Es gibt allerdings auch Ausnahmen, falls deine PV-Anlage eine bestimmte Anlagegröße erreicht.

Nachteile

  • Obwohl der Abschluss einer Versicherung aus einer Hand die beste Option zu sein scheint, um dein Gebäude und deine Photovoltaikanlage zu schützen, kann es schwierig sein, den richtigen Tarif zu finden.
  • Leider schließen einige Gebäudeversicherer PV-Anlagen entweder ganz vom Schutz aus oder bieten nur eine minimale Deckung.
  • Außerdem bieten nicht alle Wohngebäudeversicherung eine Deckung für Ertragsausfälle an.

Für wen kommt eine Ertragsausfallversicherung in Frage?

Es ist wichtig an mögliche Einkommensverluste zu denken, wenn du eine beschädigte Photovoltaikanlage hast.

In welchem Umfang sie versichert werden sollte, hängt jedoch davon ab, wie viel Strom deine Anlage produziert und wofür sie genutzt wird.

Für diejenigen, die sich hauptsächlich selbst mit der Anlage versorgen, ist ein Ausfallschutz wahrscheinlich nicht nötig. Die zusätzlichen Kosten, die durch den Ausfall entstehen, sind vielleicht nur minimal.

Wenn du hingegen mit deiner Anlage Strom ins Netz einspeist und dafür eine hohe Einspeisevergütung erhältst, kann eine Versicherung den entscheidenden Unterschied ausmachen.

Die Versicherungssumme für den Einkommensverlust sollte sich daher an der Leistung der Anlage orientieren und nicht zu hoch sein. Schließlich darfst du durch den Schaden nicht besser dastehen als ohne ihn.

Wie kann man eine Ertragsausfallversicherung für die Solaranlage abschließen?

Da es keine unabhängige Ertragsausfallversicherung gibt, kann man diese nur innerhalb einer separaten Photovoltaik-Versicherung (Allgefahrenversicherung) abschließen.

Wenn du dich für diesen Weg entscheidest, musst du dir überlegen, wie lange der Versicherer deine Schäden abdecken soll – drei, sechs oder zwölf Monate.

Glücklicherweise unterscheiden sich die Prämien für drei- und sechsmonatige Policen oft nicht sehr stark.

Wenn du also auf der Suche nach einer kostengünstigen Versicherung bist und maximalen Schutz haben möchtest, könnte eine sechsmonatige Police das Richtige für dich sein.

Nicht zu vergessen: Die Betreiberhaftpflichtversicherung für PV-Anlagen!

Beim Kauf einer Photovoltaikanlage ist es wichtig, nicht nur die eigenen Schäden zu versichern, sondern auch die, die durch Dritte entstehen können.

Sie deckt alle Schäden ab, die durch die Anlage verursacht werden, vom Herunterfallen eines Moduls vom Dach bis hin zur Verletzung von Personen und der Beschädigung von Autos.

Die Haftpflichtversicherung sollte sowohl für den Ersatz oder die Reparatur von beschädigten Gegenständen als auch für die mit dem Streitfall verbundenen Gerichtskosten aufkommen.

Du kannst die Betreiberhaftpflichtversicherung in eine separate Photovoltaikversicherung einbinden. Dadurch verdoppelt sich jedoch dein Beitrag. Das bedeutet, dass du für diesen zusätzlichen Versicherungsschutz etwa 50-60 Euro extra zahlen musst.

TIPP: Durch die Wahl der richtigen Privathaftpflichtversicherung kannst du dir diese Gebühren jedoch ersparen!

Es lohnt sich, zu prüfen, ob deine bestehende Privathaftpflichtversicherung auch Photovoltaikanlagen abdeckt, denn viele Policen tun dies bereits

Montageversicherung für PV-Anlagen: Für wen kommt sie in Frage?

Du installierst selbst eine PV-Anlage? Vergewissere dich zuerst, dass du die richtige Montageversicherung (ca. 70 Euro einmalig) abgeschlossen hast!

Sie schützt dich bei unerwarteten Schäden oder Zwischenfällen, wie zum Beispiel Vandalismus vor Ort. Die Montageversicherung deckt auch hohe Kosten ab, wenn etwas schief geht.

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Fazit: Versicherung für Photovoltaikanlagen sinnvoll?

Wenn es darum geht, deine Photovoltaikanlage zu versichern, gibt es verschiedene Möglichkeiten, und es kann schwierig sein zu entscheiden, welche die beste für dich ist.

In der Regel bietet eine separate Allgefahrenversicherung den besten Schutz, aber es lohnt sich immer, bei deiner bestehenden Wohngebäudeversicherung nachzufragen, ob sie auch PV-Anlagen versichert und welche Risiken abgedeckt sind.

Wenn du eine hohe Einspeisevergütung erhältst, kann auch eine Ertragsausfallversicherung eine Überlegung wert sein. Für begabte Handwerker, die ihre PV-Anlage selber installieren wollen, ist eine einmalige Montageversicherung (knapp 70 €) definitiv eine gute Idee!

Es ist wichtig zu prüfen, ob du für den Fall abgesichert bist, dass deine PV-Anlage Schäden bei Dritten verursachen kann.

Deine Gebäudehaftpflichtversicherung, die jeder Hausbesitzer haben sollte, kann entsprechend erweitert werden, damit sie auch die Risiken abdeckt, die von der PV-Anlage ausgehen. Auch die private Haftpflichtversicherung kann erweitert werden. 

Ich hoffe, dieser Artikel hat etwas Licht in den Versicherungsdschungel für Solaranlagen gebracht und konnte alle deine Fragen beantworten.

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Sportbegeisterter Familienvater. Bevor wir dieses Portal ins Leben gerufen haben, war Ich selbst 7 Jahe lang als Solarinstallateur tätig. Ich glaube fest an das Potenzial von Photovoltaikanlagen und hoffe dich in meinen Beiträgen ebenfalls dafür zu begeistern!