Alles, was Du über Einspeisezähler für Photovoltaikanlagen wissen musst

Ein Einspeisezähler ist erforderlich, um eine Photovoltaikanlage zu installieren und die Strommenge zu messen, die deine Anlage für das Netz produziert.

In diesem Artikel erfährst du, was ein Einspeisezähler ist, wie er funktioniert, warum er notwendig ist und wie er installiert wird. Außerdem gehen wir auf die wichtigsten Merkmale ein, die du vor dem Kauf dieses Geräts beachten solltest.

Falls du nur wenig Zeit hast, hier das Wichtigste in Kürze:

  • Einspeisezähler sind ein wichtiges Instrument, um die von deiner Photovoltaikanlage erzeugte Strommenge zu messen.
  • Sobald du ins öffentliche Netz einspeisen willst, ist die Installation Pflicht
  • Dein Zähler benötigt zudem eine Rücklaufsperre
  • Die meisten Netzbetreiber bieten dir die Möglichkeit, einen Einspeisezähler zu mieten, was günstiger sein kann als der Kauf eines Zählers.
  • Die Installation eines Einspeisezählers ist sehr einfach und dauert nur ein paar Minuten.
  • Ein Zweirichtungszähler ist eine Kombination aus Einspeise- und Verbrauchszähler und erfasst sowohl die ins Netz eingespeiste als auch die aus dem Netz bezogene Solarenergie. Diese Alternative ist vor allem bei wenig Platz interessant.

Was ist ein Einspeisezähler?

Wenn deine Photovoltaikanlage gerade mehr Strom produziert als du verbrauchst bzw. speichern kannst, wird der überschüssige Strom ins öffentliche Netz eingespeist. Der Einspeisezähler misst diese eingespeiste Menge an Strom.

Dieser Zähler ist notwendig, um deine Anlage an das Stromnetz anzuschließen und eine Gutschrift für den von dir erzeugten Strom zu erhalten.

stromzähler

Wie funktioniert ein Einspeisezähler?

Der Einspeisezähler misst die Strommenge, die deine Anlage produziert, und sendet diese Informationen an dein Energieversorgungsunternehmen. Dein Energieversorger nutzt diese Informationen, um zu berechnen, wie viel Guthaben du für den von dir erzeugten Strom erhältst.

Die Höhe der gezahlten Einspeisevergütung ist an einen vorher festgelegten Kilowattstundensatz gekoppelt, der je nach Monat und Jahr der Inbetriebnahme festgelegt wird.

Zudem verfügt der Zähler über eine Rücklaufsperre, um die verschiedenen eingespeisten und abgenommenen Energiemengen sauber trennen zu können.

Woran erkenne Ich, ob mein Zähler über eine Rücklaufsperre verfügt?

Wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Zähler eine Rücklaufsperre hat, kannst du dein Versorgungsunternehmen oder den Hersteller fragen. Hast du einen digitalen Zähler, hat dieser höchstwahrscheinlich eine Rücklaufsperre. Ältere Zähler mit Drehscheibe verfügen i.d.R. nicht über diese Funktion.

Muss Ich einen Einspeisezähler installieren?

Insofern du dich dafür entscheidest eine Inselanlage zu betreiben, also nicht ins öffentliche Netz einzuspeisen, benötigst du keinen Einspeisezähler. Andernfalls ist die Installation Pflicht.

Tipp: Das Betreiben einer Solaranlage ohne Einspeisung kann u.U. finanziell sinnvoller sein.

Ohne einen Einspeisezähler wüsste dein Energieversorger nicht, wie viel Strom deine Anlage produziert, und du könntest keine Einspeisevergütung für den von dir erzeugten Strom erhalten.

Diese Pflicht gilt übrigens auch für Balkonkraftwerke und sonstige „Plug-In“ Lösungen.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Bei der Auswahl eines Einspeisezählers solltest du die folgenden Faktoren berücksichtigen:

  • Preis: Einspeisezähler sind unterschiedlich teuer, deshalb ist es wichtig, dass du dich umschaust, um das beste Angebot zu finden.
  • Messgenauigkeit: Der Zähler muss genau sein, damit er die von deiner Photovoltaikanlage erzeugte Strommenge richtig messen kann.
  • Größe: Achte darauf, dass du einen Zähler wählst, der mit der Größe deiner Anlage kompatibel ist.
  • Funktionen: Einige Messgeräte verfügen über zusätzliche Funktionen, wie z. B. eine Bluetooth-Verbindung oder einen Bildschirm.

Mieten vs. Kaufen

Du musst den Einspeisezähler übrigens nicht immer selbst kaufen. Die meisten Netzbetreiber bieten dir als Besitzer einer PV-Anlage auch das Mieten eines Einspeisezählers an.

Dabei enstehen folglich keine Anschaffungskosten, jedoch musst du für die Nutzung regelmäßig zahlen. Dafür sind die Kosten für Instandhaltung und regelmäßige Eichung (die ist übrigens Pflicht!) bereits inklusive.

Langfristig ist der Kauf zwar günstiger, allerdings geht damit auch die Haftung auf dich als Betreiber über. Das kann dann zum Verhängis werden, falls das Gerät mal ausfällt oder falsche Daten liefert.

Was kostet ein Einspeiszähler?

Die meisten Einspeisezähler kosten zwischen 100 und 300 Euro. Es ist wichtig, dass du dich umschaust, um das beste Angebot zu finden. Die Miete kostet meist rund 40 Euro pro Jahr.

Wie man einen Einspeisezähler installiert

Die Installation eines Einspeisezählers ist sehr einfach. Die Schritte sind wie folgt:

  1. Schalte den Strom zu deiner Photovoltaikanlage am Sicherungskasten ab.
  2. Entferne die Abdeckung des Zähleranschlusses.
  3. Verbinde das schwarze Kabel des Zählers mit dem schwarzen Kabel der Photovoltaikanlage.
  4. Verbinde das rote Kabel des Zählers mit dem roten Kabel der Photovoltaikanlage.
  5. Bringe die Abdeckung des Zähleranschlusses wieder an und schalte den Strom für deine Photovoltaikanlage ein.
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Stromkasten voll? Dann empfiehlt sich ein Zwei-Wege-Zähler

Alternative: Zweirichtungszähler

Ein bidirektionaler Zähler ist eine Kombination aus einem Einspeisezähler und einem Abnehmerzähler. Er erfasst also sowohl die ins Netz eingespeiste als auch die entnommene Solarenergie.

Diese Alternative ist besonders dann interessant, wenn in deinem Stromplatz nur wenig Platz verfügbar ist (das ist meist der Fall). Anstelle von zwei Geräten, brauchst du dann nur Platz für den 2-Wege-Zähler.

Du solltest hierbei unbedingt darauf achten, einen saldierenden Zähler zu verwenden.

Ein saldierender Zähler ist ein wichtiges Hilfsmittel, um den optimalen finanziellen Ertrag aus deiner Photovoltaikanlage herauszuholen.

Hier ist der Grund dafür: Eine PV-Anlage produziert nur einphasigen Strom, während die Verbraucher dreiphasigen Strom aus dem Netz nutzen.

Es ist also möglich, dass der Solarstrom auf einer Phase gegen eine geringe Gebühr ins Netz eingespeist wird, während auf einer anderen Phase teurerer Strom aus dem Netz bezogen wird.

Ein saldierender Zwei-Wege-Zähler berechnet alle Stromflüsse phasenunabhängig, so dass nur dann Strom aus dem Netz bezogen wird, wenn nicht genügend Solarstrom vorhanden ist.

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Sportbegeisterter Familienvater. Bevor wir dieses Portal ins Leben gerufen haben, war Ich selbst 7 Jahe lang als Solarinstallateur tätig. Ich glaube fest an das Potenzial von Photovoltaikanlagen und hoffe dich in meinen Beiträgen ebenfalls dafür zu begeistern!