Solaranlage ohne Netzeinspeisung: Lohnt sich das?

In den letzten Jahren ist der Einsatz von Photovoltaikanlagen immer häufiger geworden. Viele Menschen entscheiden sich für die Installation von Solarmodulen auf ihren Häusern, um die Energie der Sonne zu nutzen und ihre Abhängigkeit von herkömmlichen Formen der Stromversorgung zu verringern.

In der Regel wird der „überproduzierte“ Strom ins öffentliche Netz eingespeist. Was aber, wenn du eine Solaranlage ohne Einspeisung betreiben willst? Ist es trotzdem sinnvoll, eine Anlage zu haben?

Lies weiter, wenn du die Antwort erfahren willst.

Lesefaul? Dann hier wieder die Kurzfassung:

  • Solaranlagen ohne Einspeisung lohnen sich immer mehr
  • Früher war die Einspeisevergütung noch attraktiv, allerdings sinkt diese immer mehr (2022 nur knapp 6 Ct / kWh)
  • Mit einem Stromspeicher kannst du überflüssigen Strom später selbst nutzen, anstatt ihn einzuspeisen
  • Eine Inselanlage ist umso lukrativer, je mehr Strom du selbst verbrauchst
  • Inselanlagen erfordern weniger Bürokratie

Warum sollte man überhaupt auf die Einspeisung verzichten?

Ursprünglich war die Einspeisevergütung eines der ausschlaggebenden Argumente für die Installation einer Solaranlage. Sämtlicher Strom, den man nicht selbst verbrauchte, wurde einfach ins öffentliche Netz eingespeist.

Bis vor wenigen Jahren wurde das auch noch großzügig vergütet. 2010 bekam man noch knapp 40 Cent pro Kilowattstunde. Mittlerweile ist die Einspeisevergütung allerdings massiv gesunken.

Aktuell (2022) bekommt man pro Kilowattstunde nur noch rund 6 Cent. Bei größeren Anlagen sogar noch weniger.

Im Gegensatz dazu steigen die Energiepreise aktuell allerdings enorm. Es macht also durchaus Sinn sich zu überlegen, ob ein Verzicht auf die Einspeisung sinnvoll ist.

Doch was tun mit dem überflüssigen Strom?

stromnetz
Einspeisen oder nicht? In Zukunft werden Inselanlagen immer attraktiver

Stromspeicher statt Einspeisung

Ein Stromspeicher ist hier die Lösung. Wird der produzierte Solarstrom nicht verbraucht, wird er einfach gepseichert, anstatt ihn ins Netz einzuspeisen.

Steigt der Stromverbrauch dann wieder, kann auf die Energie aus dem Speicher zurückgegriffen werden.

Somit sparst du dir den teuren Strom aus dem öffentlichen Netz, „vergeudest“ keine selbsterzeugte Energie und bist deutlicher unabhängiger, als bei einer PV-Anlage ohne Speicher.

Wichtig ist hierbei, das dein Speicher ausreichend dimensioniert ist. Für mehr Infos sieh mal hier: Wie groß sollte der Speicher sein?

Wann lohnt sich die Inselanlage?

Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort, denn sie hängt von einer Reihe von Faktoren ab:

  • Wie viel Strom verbrauchst du?
  • Wie groß ist der Preisunterschied zwischen Netzstrom und selbst erzeugtem Solarstrom?
  • Hattest du ohnehin geplant einen Stromspeicher anzuschaffen?

Generell gilt in Anbetracht der geringen Einspeisevergütung und der hohen Strompreise: Je mehr Strom zu selbst verbrauchst, desto eher lohnt sich eine Inselanlage.

Als Beispiel: Für selbst erzeugten Strom zahlt du knapp 10 Cent pro Kilowattstunde. Bei einem Strompreis von 37 Cent / kWh entspricht das einer Ersparnis von 27 Cent. Die Einspeisevergütung von aktuell rund 6 Cent sieht dagegen sehr mager aus.

Da die Strompreise in Zukunft auch noch weiter steigen werden und die EEG-Vergütung weiter sinken wird, geht der Trend immer mehr zu Inselanlagen.

Keine Anmeldung erforderlich

Ein weiterer Punkt, der bei einer Solaranlage ohne Einspeisung zu berücksichtigen ist: Du musst die Inselanlage nicht beim Finanzamt und der Bundesnetzagentur anmelden. Dazu haben wir gestern erst einen Artikel veröffentlicht.

Wenn du die Anlage nur selbst nutzt, also nicht gewerblich betreibst, kannst du sie allerdings auch nicht steuerlich absetzen.

Baugenehmigung kann dennoch erforderlich sein

Diese Ausnahme betrifft allerdings nicht die Vorschriften zur Baugenehmigung. Die kann dennoch erforderlich sein, unabhängig davon ob du ins Netz einspeisen willst oder nicht.

Für mehr Infos wirf einen Blick auf unseren Beitrag: Baugenehmigungen für Solaranlagen.

Solaranlage ohne Einspeisung – Lohnt sich immer mehr

Da die Energiepreise weiter steigen, ist es sinnvoller denn je, eine Solaranlage ohne Einspeisung in das Stromnetz zu installieren.

Früher gab es dafür erhebliche finanzielle Anreize, aber die sind inzwischen weggefallen. Angesichts der steigenden Energiekosten kannst du aber immer noch langfristig Geld sparen, indem du deinen eigenen Strom erzeugst und speicherst.

Bei der Entscheidung, ob dies die richtige Option für dich ist, müssen viele Faktoren berücksichtigt werden, aber angesichts der aktuellen Marktbedingungen lohnt es sich immer mehr, netzunabhängig zu werden.

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Sportbegeisterter Familienvater. Bevor wir dieses Portal ins Leben gerufen haben, war Ich selbst 7 Jahe lang als Solarinstallateur tätig. Ich glaube fest an das Potenzial von Photovoltaikanlagen und hoffe dich in meinen Beiträgen ebenfalls dafür zu begeistern!